Buchenwälder im Teutoburger Wald

Buchenwälder soweit das Auge reicht – ohne menschlichen Einfluss sähe es im Teutoburger Wald wohl so aus. Aber auch heute ist die Rotbuche in den Wäldern des Teutoburger Waldes allgegenwärtig. Aus globaler Sicht stellen Buchenwälder etwas ganz besonderes dar, denn diese Baumart ist ein echter Europäer mit Verbreitungsschwerpunkt in Mitteleuropa! Außerhalb Europas sind Buchenwälder nicht anzutreffen – wir tragen somit eine besondere Verantwortung für diese Waldformation.

Im naturnahen Buchenwald herrscht eine große Artenvielfalt. Im Frühjahr bilden sich unter der dann noch lichten Baumkrone bunte Blütenteppiche aus Bärlauch, Echter Schlüsselblume, Hohler und Gefingertem Lerchensporn oder Busch-Windröschen aus. Der Ruf des Kolkraben, einem imposanten Rabenvogel mit bemerkenswerter Intelligenz, hallt durch den Wald. Während der Uhu im Schutz der Blätter auf den Einbruch der Dunkelheit wartet, zimmert der Schwarzspecht seine Höhlen in die säulenartigen Stämme der Buchen. In diese Höhlen ziehen gern Nachmieter wie Raufußkauz, Hohltaube, Siebenschläfer oder verschiedene Fledermausarten ein. Alte oder abgestorbene Bäume sind der Lebensraum zahlreicher, seltener, Totholz bewohnender Käferarten wie z.B. dem Kopfhornschröter. Aber auch der Kleinkopf-Flachkäfer, der in Westfalen bereits als verschollen galt, wurde in den alten Baumbeständen am Großen Ehberg wiederentdeckt.

Vor allem auf den Flächen des Teutoburger Waldes, die von Sandeinwehungen der Senne überprägt sind, wurden ab Mitte des 20. Jh. verstärkt Fichten und Lärchen angepflanzt. Diese Baumarten können zwar in kürzerer Zeit mehr Holz als Laubbäume produzieren, bergen jedoch die Gefahr eines erhöhten Windwurfrisikos und tragen zudem zur Bodenversauerung bei. Diese führt zusammen mit den monotonen Nadelbaumbeständen zur drastischen Abnahme der Artenvielfalt. Mittel- bis langfristiges Ziel des Naturschutzgroßprojektes ist es daher, diese naturfernen Wälder wieder in Buchenwälder zu überführen. Ein Teil der Buchenwälder wurde als Prozessschutzfläche aus der Nutzung entlassen, so dass sie sich mit der Zeit zu „Urwäldern“ aus zweiter Hand entwickeln, die jedoch frühestens von unseren Enkelkindern in ihrer ganzen beeindruckenden Schönheit bewundert werden können.

Das Gros der Flächen des Naturschutzgroßprojektes wird aber weiterhin forstwirtschaftlich nach den Prinzipien des naturnahen Waldbaus bewirtschaftet. Dort gilt es v.a. den Anteil an Altbäumen und Totholz dauerhaft zu erhöhen.