Felsen und Kalkmagerrasen

Nur an wenigen Plätzen wird der offen zutage tretende Kalkstein des Teutoburger Waldes nicht von hohen Bäumen beschattet. Dazu gehören der ehemalige Kalksteinbruch am Barkhauser Berg und die Fliegerkuppe bei Oerlinghausen. Dort konnten sich blütenreiche Kalkmagerrasen entwickeln – das Gegenstück zu den Sandmagerrasen und Heiden der Senne. Fransen-Enzian, Steinquendel und Thymian bilden dort die Nahrungsgrundlage für eine artenreiche Insektenwelt. Eine große Besonderheit im Projektgebiet ist die direkte Nachbarschaft von Magerrasen auf Sand (Sandgrube in Oerlinghausen) und Kalk (ehemalige Fliegerkuppe am Barkhauser Berg).

Ein Lebensraum aus Menschenhand stellt der alte Steinbruch bei Oerlinghausen dar. Dort finden neben lichtliebenden Trockenheitskünstlern wie dem Mauerpfeffer auch verschiedene Amphibien- und Libellenarten geeigneten Lebensraum. Von Herbst bis Frühjahr dringen unheimliche Rufe aus dem Steinbruch. Dann ist Balzzeit des Uhus, unserer größten heimischen Eulenart, der in Felsvorsprüngen der Steilwände brütet und in Dämmerung und Nacht auf lautlosen Schwingen zu seinen Jagdflügen ins Umland aufbricht.

Offene, licht- und wärmeexponierte Standorte auf Kalk sind im Projektgebiet selten anzutreffen. Ehemals offene Bereiche sind heute bereits verbuscht oder drohen zunehmend durch Gehölze überwachsen zu werden. Dieser Entwicklung wird durch entsprechende Pflegemaßnahmen im Rahmen des Projekts Einhalt geboten.