Heiden und Magerrasen

Außerhalb der Truppenübungsplätze sind Heiden, Magerrasen oder offene Sandflächen mit ihren typischen Bewohnern in der Senne nur noch selten anzutreffen. Im Winter eher unscheinbar braun, verwandeln sich die Heiden und Magerrasen im Sommer in ein buntes Blütenmeer. Während die Heideflächen im Spätsommer von der Besenheide in ein violettes Blütenmeer getaucht werden, verleihen Berg-Sandglöckchen, Gras-Sandnelke oder Mauerpfeffer den Sandmagerrasen abwechslungsreiche Farbkleckse. Das vielfältige Blütenangebot dient nicht nur als Nahrungsgrundlage für eine abwechslungsreiche Insektenwelt aus Schmetterlingen oder zahlreichen Wildbienenarten. Auch Kleinsäuger, Reptilien, Heuschrecken oder diverse Käferarten halten sich gerne auf den nährstoffarmen Standorten auf. Zu den hoch spezialisierten Tierarten zählt die Zauneidechse, welche gerne ausgiebige Sonnenbäder auf den Baumstümpfen nimmt oder ihre Eier im weichen Heidesand von der Sonne ausbrüten lässt. Dabei muss sie jedoch vorsichtig sein, um nicht zur Beute der im Projektgebiet ebenfalls vorkommenden Schlingnatter zu werden.

Die Heidelandschaft der Senne ist keine Naturlandschaft, sie entstand erst durch die über die Jahrhunderte praktizierte historische landwirtschaftliche Nutzung. Überlässt man die Flächen sich selbst, so überaltert das Heidekraut und stirbt ab. Über kurz oder lang stellt sich Wald ein und die typischen Arten der Heiden und Magerrasen verschwinden.